Im Jahr 1992 wurde aus den Gemeinden Döllingen, Gorden, Hohenleipisch, Kahla, Plessa, Schraden und Staupitz das Amt Plessa gebildet. Ton, Kies und Braunkohle als eiszeitliche Hinterlassenschaften, sorgten in der Vergangenheit für das Aufblühen der eher kleinen und unbedeutenden Ansiedlungen.
Vor allem in Hohenleipisch und Plessa wurde durch die Gewinnung und Verarbeitung dieser Rohstoffe eine einzigartige Geschichte geschrieben. So weisen erste Funde hohenleipischer Töpferkunst ein stolzes Alter von 3000 Jahren auf. Dem Dorf Hohenleipisch wurde 1803 gewährt, eine Töpferinnung zu gründen – ein Privileg, das ansonsten nur Handwerkern in Städten vorbehalten war. Heute wird diese Tradition in zwei von ehemals mehr als 25 Töpfereien im Ort intensiv weiter gepflegt und Gästen zugänglich gemacht.
In Plessa, Kahla und Döllingen war es die Entdeckung der Braunkohle, die ein neues Zeitalter einleitete. Im Jahr 1924 wurde im Tagebau Plessa die erste fahrbare Abraumförderbrücke der Welt in Betrieb genommen. Ein Meilenstein in Technisierung des Braunkohlebergbaus, der von Plessa aus seinen Siegeszug durch das gesamte Lausitzer Revier antreten sollte. Bereits seit 1901 arbeitete die Brikettfabrik in Plessa und 1927 ging das Kraftwerk ans Netz. Als Zeitzeuge steht das im originalen Zustand erhaltene Kraftwerk Plessa stellvertretend für die Stromerzeugung in der Lausitz. Heute ein Projekt der Internationalen Bauausstellung „Fürst- Pückler- Land“, empfängt das Kraftwerk ganzjährig interessierte Besucher.

Eine andere Art der Nutzung von Energie stellt die im 14. Jahrhundert erstmals erwähnte Wassermühle an der Schwarzen Elster dar. Noch bis 1990 wurde hier Mehl gemahlen. Traditionelle Mühlentechnik, Geschichten über die Mühle und das Mühlenhandwerk lassen sich hier erleben.
Neben so viel Geschichte gibt es auch viele neu entstandene Besonderheiten zu entdecken. Auf einer Fläche von 35 ha wurde vor wenigen Jahren eine Straußenfarm mit einem beachtlichen Tierbestand errichtet. Bei einer sachkundigen Führung ist die Entwicklung vom Ei bis zum ausgewachsenen Strauß nachvollziehbar.
Rund um die Orte Döllingen und Hohenleipisch gibt es seit mehr als 100 Jahren ausgedehnte Streuobstflächen. Eine besondere Augenweide ist dieses größte zusammenhängende Streuobstgebiet des Landes Brandenburg zur Zeit der Baumblüte. Der Pomologische Schau- und Lehrgarten in Döllingen ist für Obstbauern und solche, die es werden wollen ein besonderer Anziehungspunkt. Über 300 verschiedene, vorrangig alte Obstsorten wurden hier angepflanzt und dokumentiert.
Zwischen Plessa, Hohenleipisch und Gorden-Staupitz befindet sich das Kerngebiet des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. Drei Naturschutzgebiete bewahren einzigartige Naturschätze. Die Lebensräume seltener Tier- und Pflanzarten geben einen Einblick in die ursprüngliche Flora und Fauna dieser Region.
Ein beliebtes Naherholungsgebiet im Norden des Amtes Plessa ist der Grünewalder Lauch. Einst der letzte Tagebau im Plessaer Bereich, entstand nach aufwendigen Sanierungsmaßnahmen in den 1970er und 1990er Jahren ein wahres Kleinod für Erholungssuchende. Badestrände, auch für FKK- Anhänger, Wanderwege, Spielplätze und gastronomische Einrichtungen laden zum Verweilen ein.
Bungalows und ein Caravanstellplatz direkt am Wasser sind gute Voraussetzungen für einen erholsamen Aufenthalt.
Eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz macht die Gemeinden des Amtes Plessa zu einem idealen Ausgangspunkt für Rad- und Wandertouren. Das gut ausgebaute Radwegenetz findet hier auch Anschluss an Radfernwege.
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