10.04.2017

Ausstellung "Reformation begreifen" im Museum Bad Liebenwerda 13.04 - 31.10.2017

Die Durchsetzung des neuen Glaubens war kein spielerisches Ringen - wie im Reiterkampf der Kinder auf den Straßen - sondern ein mit allen Mitteln geführter Kampf um Pfründe und Einlass. Das Land zwischen Elbe und Elster gehörte 1517 zum ernestinischen Kurfürstentum Sachsens, dem Mutterland der Reformation. 

1519 war Martin Luther in Liebenwerda, wo ihn ein päpstlicher Gesandter zum Widerruf seiner Thesen bewegen wollte. Nur wenig später griff in Mühlberg, Torgau, Liebenwerda, Doberlug, Finsterwalde und Ortrand eine illustre Gesellschaft aus Adel, Bürgertum und Bauernschaft den Gedanken der Reformation auf und trug ihn in das Alltagsleben. Nonnen und Mönche verließen die Klöster, wurden Pfarrer in evangelischen Gemeinden und heirateten. 1547 wird die Region erneut Brennpunkt religiöser Auseinandersetzungen: In der Schlacht bei Mühlberg treffen katholische und evangelische Kräfte aufeinander. Die Stadt hält ihrem sächsischen Kurfürsten bis zuletzt die Treue: "Ey, da lob ich meine Liebenwerdaer drum..." so Kurfürst Johann Friedrich, der bei Mühlberg aber nicht nur die Schlacht, sondern auch die Kurwürde verlor.

Mit einer Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum greift das Mitteldeutsche Marionettenmuseum viele dieser Erzählstränge auf und webt daraus ein Bild vom Alltagsleben der Region um 1500. Die Ausstellung ist insbesondere für Schüler konzipiert, die eingeladen sind, spielerisch in das Reformationszeitalter einzutauchen. Zeitfenster öffnen Bezüge zur Gegenwart, machen noch heute gelebte Reformation in Glauben, Sprache und Alltag sichtbar. Zeitgenossen kommen zu Wort und machen das Reformationsgeschehen an der Schwarzen Elster greifbar - übrigens sind viele dieser Familien bis heute hier ansässig. Außerdem widmet sich die Ausstellung der Geschichte der Pflege des reformatorischen Erbes. Neben den zahlreichen Luthereichen und Luthergedenkstätten gilt ein besonderes Augenmerk dem Lutherdenkmal in Worms, das vor 150 Jahren im Eisenkunstguss Lauchhammer gefertigt wurde.

Das Begleitprogramm finden Sie hier: http://www.elbe-elster-land.de/de/gaesteservice/veranstaltungen-news/veranstaltungen.html

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