09.02.2017

Eine Reise ins „Zweistromland der Reformation“

Wie mag es wohl gewesen sein, das Treffen von Martin Luther mit den Abgesandten des Papstes in Bad Liebenwerda? Freundlich, sachlich oder eher unterkühlt? Fakt ist, dass Rom im Jahr 1519 den Abtrünnigen bewegen wollte, von seinen 95 Thesen Abstand zu nehmen. Luther tat dies nicht und fand im Elbe-Elster-Land im einfachen Volk fruchtbaren Boden für seine Ideen. Vom „Zweistromland der Reformation“ zwischen Elbe und Elster ging Luthers Lehre in den letzten 500 Jahren seinen Weg in die Welt.

2017 feiern die Menschen 500 Jahre Thesenanschlag und viele von ihnen begeben sich auf Entdeckungsreise zu den Spuren der Reformation. Im Elbe-Elster-Land finden sich eine Menge dieser Spuren. Hilfreich dabei ist der Luther Pass, den der Landkreis Elbe-Elster aufgelegt hat und der ähnlich wie ein Pilgerpass den Gästen einen einfachen Wegweiser zu acht Stätten der Reformation in die Hand gibt. In jeder Stadt erhalten die Gäste einen Stempel und Informationen zu Sehens- und Erlebenswertem rund um Luther. Der Pass verbindet die Lutherstadt Wittenberg, Torgau und Jüterbog mit dem Elbe-Elster-Land.

Wie es sich für einen ordentlichen Pass gehört, gibt es auch ein Passbild in den personalisierbaren Pass. Im Museum Mühlberg 1547 steht Fotoautomat, der ein richtiges und „amtliches Porträt“ anfertigt. Nach dem Foto lohnt sich die museale Entdeckungsreise. Die Schlacht im Jahr 1547 hat Mühlberg zu einem wichtigen Schauplatz der Reformationsgeschichte gemacht. Im Jahr 1547 schlug der Katholik Karl V., König von Spanien und zugleich Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, in der Schlacht bei Mühlberg mit seinem Heer die Truppen des protestantischen Schmalkaldischen Bundes. Das Museum „Mühlberg 1547“ erinnert auf moderne Weise an diese europaweit bedeutende Schlacht, die Reformation und weitere wichtige Ereignisse in Mühlberg. Damit reiht sich Mühlberg in die Reihe von Städten wie Wittenberg und Torgau ein, die große bedeutende Ausstellungen zum Jubiläumsjahr der Reformation bieten können. Die benachbarte Klosterkirche mit dem Klostergarten und den Resten des Refektoriums mit dem heutigen „ökumenischen Haus der Stille“ laden zu mehr Gelassenheit und einer Reihe interessanter Veranstaltungen ein. Gelassen zeigen sich auch die weiteren Städtchen des Elbe-Elster-Landes. In Herzberg beispielsweise ist die spätgotische Hallenbacksteinkirche St. Marien mit ihrer einzigartigen mittelalterlichen Deckenmalerei einen Besuch wert. Hier entwickelte Luther die neue Schulordnung. 

Im anlässlich der Brandenburgischen Landesausstellung, wo „Preußen Sachsen küsst“, frisch restaurierten Schloss in Doberlug-Kirchhain erwartet die Gäste nicht nur die „sächsische Perle Brandenburgs“ sondern auch eine hervorragende Sonderausstellung „Alte Stadt, Museum oder Zukunftslabor“ und im Reformationsjahr ab Juli widmet sich eine Themenausstellung den letzten Mönchen von Dobrilugk. Mit Luthers Thesen brach für die katholischen Mönche eine schwere Zeit an, denn viele Klöster wurden abgeschafft, auch das Dobrilugker Kloster. Was mit den Mönchen geschah und ob die geraubte Schatztruhe wieder aufgetaucht ist, lässt sich ab Sommer 2017 im Museum Schloss Doberlug erfahren. Nach dem Museumsgang lohnt sich ein Bummel durch die Städtchen des Elbe-Elster-Landes, beispielsweise ein Besuch der Sängerstadt Finsterwalde.

Das Reformationsjahr wird begleitet von einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. So erwarten Konzerte, Ausstellungen von bildenden Künstlern, das Puppentheaterfestival die Gäste mit spannendem Repertoire rund um die künstlerische Interpretation der Reformation.

Weitere Informationen: Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V., Markt 20, 04924 Bad Liebenwerda, 
Tel. 035341 30652, Fax 035341 12672, E-Mail: info@elbe-elster-land.de, Internet: www.elbe-elster-land.de

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Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V. | Markt 20 | 04924 Bad Liebenwerda | Tel.: 035341/30652 | Fax: 035341/12672 | E-Mail: info@elbe-elster-land.de