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Mühlen

Neben den Industriemuseen gibt es noch eine abwechslungsreiche Mühlenlandschaft zu sehen. Etwa 160 Mühlen gab es im 18. Jahrhundert in der Region von Elbe und Elster. Nicht alle haben den Stürmen der Zeit standgehalten. Diejenigen, die rekonstruiert wurden, haben sich zu kleinen Schmuckstücken entwickelt und laden zu einer Besichtigung ein. Lernen Sie die alte beeindruckende Technik des Mahlens kennen. Jede Mühle hatte ihr eigenes Verfahren um Korn zu Mehl zu verwandeln.

Bockwindmühle Elsterwerda * Bockwindmühle Lebusa Bockwindmühle Trebbus
* Elstermühle Plessa * Holländermühle Koßdorf * Paltrockwindmühle Oppelhain
Paltrockwindmühle Schönewalde * Historische Mühle Wahrenbrück * Hochpolgenerator Neumühl
(Bild: 1/3)
Viermal hat die Bockwindmühle Elsterwerda ihren Standort gewechselt. Errichtet wurde sie in Gruhno bei Rückersdorf, 1843 kaufte sie der Buschmüller von Dobrilugk und 2002 wurde sie innerhalb Elsterwerdas an ihren jetzigen Standort an der Schwarzen Elster versetzt.

Im Innenraum befindet sich eine Schauanlage mit Gefäßen, Erzeugnissen und Handwerkszeug aus dem Alltag des Mühlenbetriebes.

Warum sie 1866 nach Elsterwerda kam, erzählt folgende Geschichte:
Auf seiner Gesellenwalz lernte um 1860 der Müller Julius Jentzsch die Tochter des Elsterwerdaer Großgärtners Karl Gottlob Gottschalk, Wilhelmine, kennen und lieben. Am 3. Februar 1863 heirateten beide in der Elsterwerdaer Stadtkirche und lebten anschließend drei Jahre in der Buschmühle in Dobrilugk, dem heutigen Doberlug. 1866 wurde die Mühle auf Bitten der unter Heimweh leidenden Wilhelmine abgebaut und auf der Feldflur westlich der Stadt Elsterwerda in der Nähe des später entstandenen Bahnhofs aufgebaut.

Heute steht die Mühle nun auf einem Hügel im Erlebnis-Miniaturenpark.

Technische Daten:
- Gesamthöhe der Bockwindmühle: ca. 12 m
- Breite des Mühlengebäudes: 5 m
- Tiefe oder Länge des Mühlengebäudes: 6 m
- Gewicht der Mühle: 30 t

Die Bockwindmühle Elsterwerda ist eine Station an der Kohle-Wind & Wasser-Tour.

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(Bild: 1/3)
Die Bockwindmühle steht am Rande des Dorfes Lebusa, eingebettet in die sanft geschwungenen Hügel der Region. Die Mühle ist in ihrem Kern die älteste weit und breit, die Jahreszahl 1686 ist in ihr Stockgetriebe eingeritzt. Alt und ausgetreten ist die Mühlentreppe hoch zum Mahlgang.
Gemahlen wird in der Bockwindmühle von Lebusa nicht mehr, der letzte Müller Otto Stuck hat längst das Zeitliche gesegnet. Aber die Männer vom Mühlenverein sorgen für die Reparaturen am Äußeren.

Im Innern können die erstaunten Gäste an der Winde einen 50 Kilo-Sack hochziehen, die ausgetretene Treppe zu Bütte, Trichter, Stampfen und Bremse emporsteigen und zur Feier des Tages die Flügel und das Kammrad in Bewegung setzen.

Technische Daten:
- Höhe: 12 m
- Breite: 7 m
- Flügellänge: 8,5 m
- Sterzlänge: 8 m
- Mahlgänge: 2

Besuche und Führungen bitte telefonisch anmelden.
 
Die Bockwindmühle Lebusa ist eine Station an der Kohle-Wind & Wasser-Tour.

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(Bild: 1/3)
Wer in der Bockwindmühle Trebbus unter das Kammrad tritt und den Kopf in den Nacken legt, sieht verkohlte Balken und verkohlte Dachsparren. Das passierte beim großen Orkan am 13. November 1972, die Trebbuser wissen es noch wie heute. Wer nicht musste, setzte keinen Fuß vors Haus. Der Motormüller vom Westende des Dorfes aber meldete Rauch aus der Mühle - die Mühle brennt. Die Feuerwehr Trebbus rückte aus. Sie drehte die Mühle aus dem Wind. Woher aber Wasser nehmen? Der nächste Graben war fast 100 m weg.
Da hieß es Schläuche zusammenbauen, Motorspritze an und endlich hoch in die Mühle. Eine unendliche Stunde des Kampfes, bei der das ganze Dorf mitfieberte und an deren Ende das Schlimmste verhindert werden konnte.

Über 4000 Aufbaustunden hatten die Trebbuser zwischen 1967 bis 1969 für die neue originalgetreue Außenhaut der 1881 errichteten Mühle investiert, allen voran Stellmacher Hüsing aus dem benachbarten Arenzhain - und das Holz war nur auf Umwegen zu beschaffen gewesen! Der Sturm hatte 1972 die festgestellten Flügel in Bewegung gesetzt, der angezogene Bremsschuh rieb sich am Rad heiß und entfachte den Brand. Wieder arbeiteten die Trebbuser und beseitigten die Schäden, vor allem am Bremsschuh und den Zähnen des Kammrades.

In der Mühle befindet sich ein Mehlgang, ein Schrotgang und eine Hirsestampfe, mit welcher besonders hartes Getreide vorbehandelt wurde. Im Innenraum sind außerdem eine Schauanlage mit Gefäßen, Erzeugnissen und Handwerkszeug aus dem Alltag des Mühlenbetriebes zu sehen.

Die südlich des Dorfes gelegene Bockwindmühle ist die größte der Gegend und das zweithöchste Gebäude von Trebbus - nach der mächtigen Kirche.

Führungen von Mai bis Oktober nach Voranmeldung möglich.
 
Die Bockwindmühle Trebbus ist eine Station an der Kohle-Wind & Wasser-Tour.

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(Bild: 1/3)
Zeugnis Niederlausitzer Industriekultur, Veranstaltungsort und kulinarisches Ausflugsziel -  Das historische Ensemble der Elstermühle in Plessa – malerisch in einer Parklandschaft am Flusslauf der Schwarzen Elster gelegen -  ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Im historischen Mühlenmuseum kann man auf drei Etagen Schneidwerkzeuge und Getreidemühlen aus der Nähe erleben. Besonders beeindruckend ist es, wenn die Mahlwerke im Schaubetrieb laufen und sich auch das mächtige Mühlrad draußen wieder in Bewegung setzt.

Die Ferienwohnung „Mühlenquartier Plessa“ lädt seit 2014 zur Übernachtung im historischen Ambiente ein.

Trauwilligen steht das Heiratszimmer zur Verfügung, das Außengelände der Elstermühle bietet eine traumhafte Kulisse für stimmungsvolle und romantische Hochzeitsfotos.

Führungen:
Bitte melden Sie Ihren Besuch und eventuelle Mühlenführungen vorher an!

Die Elstermühle Plessa ist eine Station an der Kohle-Wind & Wasser-Tour.

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(Bild: 1/3)
Beharrlichkeit und technische Anpassung sind vielleicht für die Familie Humpisch der Weg zum Erfolg gewesen; seit 1830 sind sie die Müller von Koßdorf und liefern noch heute ihr Mehl an etwa zwölf Bäckereien der Umgebung. Der Turm der 1913 errichteten Windmühle ist ihr Wahrzeichen, wenn auch Flügel und Bütte stehen und Motorkraft und Walzenstühle an ihre Stelle getreten sind.

Die massive Holländermühle wurde im Dezember 1912 in Betrieb genommen. Nur von 1915 bis 1918 stand die Mühle still, weil der Müller im Krieg war. Im Jahre 1919 wurde ein Elektromotor eingebaut, so dass die Mühle an Windtagen mit Wind und an windstillen Tagen mit einem Elektromotor angetrieben wurde. Seit 1965 kommt ausschließlich Strom zum Einsatz, die Ruten laufen seither nur noch im Leerlauf.

Die Holländer-Windmühle in Koßdorf steht seit 1980 unter Denkmalschutz. Sie ist noch heute eine gewerblich genutzte Getreidemühle, welche Getreide aus regionaler Landwirtschaft verarbeitet.

Technische Ausstattung:
Walzenstühle, Aspirateur, Pneumatik, Sichter, Schälmaschine, Trieur, Mischmaschinen

Bitte melden Sie Ihren Besuch sowie eventuelle Mühlenführungen vorher an!
 
Die Holländermühle Koßdorf ist eine Station an der Kohle-Wind & Wasser-Tour.

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(Bild: 1/3)
Die Paltrockwindmühle ist heute das Wahrzeichen des Ortes. Die Mühle stand baufällig in Grassau und wären die Oppelhainer Mühlenfreunde nicht gewesen, so wäre sie schon in sich zusammengesunken. So ist die Mühle in Oppelhain neu errichtet worden. Ursprünglich kam sie als Bockwindmühle 1832 aus Königsberg in der Neumark nach Grassau. Dort hat sie Müllermeister Neumann 1933 zu einer Paltrockwindmühle umbauen lassen. Seit 1958 stand sie still.

Noch ist das Holz der Außenhaut hell, das runde Fundament aus Klinkern sieht frisch aufgemauert aus. Dieser runde Mauerrock übernimmt die Funktion des Bockes bei der Bockwindmühle und ist der einzig feste Teil der Mühle.

Alt aber ist der metallene Zahnkranz, auf dem sich der hölzerne Mühlenbau dreht. Alt ist die Kette hinauf zum Windrad und alt ist auch die Technik im Inneren: der Mahlgang, die beiden Schrotgänge, der Walzenstuhl, die Quetsche und ein Sechskantsichter. Die Produktion von Futterschrot wurde 1958 eingestellt.

Im Innenraum befindet sich eine Schauanlage mit Gefäßen, Erzeugnissen und Handwerkszeug aus dem Alltag des Mühlenbetriebes. Im Mühlenhof wurde ein Pechofen errichtet. In diesen Pechöfen wurde früher das Pech hergestellt, welches zum Schmieren der Holzachsen an Fuhrwerken benötigt wurde.

2001 wurde in Oppelhain ein ganzes Wochenende lang gefeiert: Was da gegessen, getrunken und getanzt wurde! 5000 Menschen sollen es gewesen sein, die auf der Anhöhe südlich des Dorfes zusammentrafen und die neue Mühle besichtigten. Und das in einem Dorf, das selbst nur 480 Einwohner hat! Inzwischen wird mit dem Besuch von auswärts nicht nur die Mühle, sondern auch das benachbarte Tiergehege an der Streuobstwiese und der Kräutergarten mit den Mühlenmodellen im Maßstab 1:10 besichtigt, ein ganzes Erlebnisprogramm rund um die Oppelhainer Mühle.

Seit dem Frühjahr 2011 steht die Mühle ohne ihre beachtlichen Flügel am Standort. Während eines Sturms sind die Flügel abgeknickt und konnten bisher noch nicht wieder anmontiert werden.

Die Mühle ist im Sommerhalbjahr an den Wochenenden für die Öffentlichkeit zugänglich. In der übrigen Zeit kann sie nach Voranmeldung besichtigt werden. Zweimal im Jahr findet an einem Samstag der Oppelhainer Mühlenmarkt statt.

Bitte melden Sie Ihren Besuch oder eventuelle Mühlenführungen an.

Die Paltrockwindmühle Oppelhain ist eine Station an der Kohle-Wind & Wasser-Tour.

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(Bild: 1/2)
In der Schönewalder Paltrockwindmühle flirrt der Mehlstaub in der Luft, rattert der Motor und klappert der Sichter - Bei einer Führung durch den Müllermeister Erich Weber jun. werden die Maschinen in Gang gesetzt. Mehl gemahlen wird hier nicht mehr, aber von der technischen Ausstattung her jederzeit möglich.

Die Mühle liegt östlich des Städtchens. Von weitem sieht man die großen Flügel. Das kleine Windrad, vermag die Mühle von selbst in die richtige Richtung zu drehen.

Wer das Glück hat, den Müller anzutreffen und die drehende Mühle zu erleben, sollte sich unbedingt ein paar Mühlengeschichten erzählen lassen: Beispielsweise davon, wie Webers bis 1973 mit selbstgemahlenem Mehl ihr Brot gebacken haben, warum es mit der Müllerei bergab ging, die Mühle der Gemeinde übereignet wurde, und wie das war, in den 1950er Jahren, als der kleine Erich in den Kindergarten sollte. Nur noch verabschieden sollte er sich von seinem Vater und ging rüber zur Mühle. Da blieb er auch, spielte und half. Der Kindergarten aber sah ihn nie.

Am immer noch funktionstüchtigen Holzbackofen werden Brot und Kuchen gebacken. Am Pfingstmontag findet traditionell das Mühlenfest statt.

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Die Paltrockwindmühle Schönewalde ist eine Station an der Kohle-Wind & Wasser-Tour.

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(Bild: 1/3)
Bis 1979 war sie als Mahl- und Schrotmühle in Betrieb, heute ist die Mühle als Einzeldenkmal geschützt. Obwohl die Mühle schon über 800 Jahre alt ist, können Sie die ehemalige Wassermühle in funktionstüchtigem Zustand besichtigen. Die historische Mühle steht direkt an der Kleinen Elster.

Letzter Müller der Mühle Wahrenbrück war Heinz Ludwig. Auch heute noch befindet sich die Mühle in Besitz der Familie.

technische Ausstattung:
2 Walzenstühle
Aspirateur
Quetsche
1 Schrotgang
2 stehende Mischmaschinen
ruhende Schauanlage

Gemäß den Aufzeichnungen des Stadtarchivs von Wahrenbrück, ist die Mühle schätzungsweise 800 Jahre alt. Die Ersterwähnung erfolgte um 1248, vermutlich als Mahlmühle. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde Sie verschieden genutzt.

Im Sommer kann man im Mühlenhof selbstgebackenen Kuchen essen und leckeren Kaffee trinken.

Die Historische Mühle Wahrenbrück ist eine Station an der Kohle-Wind & Wasser-Tour.

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(Bild: 1/3)
Bis 1998 stand in Neumühl eine alte Mahlmühle, die im Jahr 2000 abgerissen wurde. Jetzt steht am wiederhergestellten Mühlgraben seit 2002 ein neues Mühlrad. Das Gebäude und das Wasserrad kann besichtigt werden. Die Technik ist leider ausgefallen und kann nicht vorgeführt werden. 

Das Prinzip: Die Welle des neu installierten Wasserrades schafft die Verbindung zu einem drehzahlvariablen Generator. Die Besonderheit der Anlage ist die Kopplung des Hochpolgenerators mit einem spezifischen Umrichter. Selbst bei kleinen, schwankenden Wasserpotenzialen und geringer Fallhöhe wird Elektroenergie erzeugt., und ein leise schnurrender Hochpolgenerator speist laufend etwa 15 KWh ins Stromnetz ein.

Neumühl liegt an der Schwarzen Elster zwischen Wahrenbrück und München und es gilt als der älteste Mühlenstandort des Landkreises.

Nebenan kann im Elsterstübchen nicht nur Kaffee getrunken, sondern auch ein Kanu oder Schlauchboot ausgeliehen werden. 

Besichtigung nur nach Anmeldung möglich.

Die Wasserkraftanlage Neumühl ist eine Station an der Kohle-Wind & Wasser-Tour.

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