Jüterbog, Bad Belzig und Treuenbrietzen

Jüterbog - Das mittelalterlich geprägte Jüterbog ist der wichtigste Schauplatz der Reformation in Brandenburg. Im späten Mittelalter zählte Jüterbog zu den großen Städten im Erzstift Magdeburg und war, auf Grund ihrer verkehrsgünstigen Lage zwischen Sachsen, der Mark Brandenburg und Magdeburg, häufig Austragungsort wichtiger Fürstentreffen. Durch die Nähe zu Wittenberg stand Jüterbog schon früh im Zentrum der reformatorischen Auseinandersetzungen. 

Denn es waren die Ablasspredigten des Dominikanermönches Johann Tetzel (*um 1460 † 1519) in der Jüterboger Nikolaikirche, welche Martin Luther letztendlich zu seinen Reformthesen veranlasst haben. Da Tetzel seine Ablassbriefe nicht in Wittenberg anbieten durfte, machten sich immer mehr Gemeindemitglieder Luthers auf den Weg ins nahe gelegene Jüterbog, um sich mittels der neuesten Ablassbriefe von ihren Sünden frei zu kaufen. Dies ärgerte Luther so sehr, dass er seine Thesen zum Ablasshandel verfasste. Noch heute lassen sich Zeugen aus dieser Zeit in Jüterbog finden.

Die Nikolaikirche, ein dreischiffiger gotischer Bau, wurde zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert errichtet. In ihrem Innern befindet sich neben dem Tetzelkasten in der sehenswerten Taufkapelle auch ein alter gotischer Flügelaltar und eine majestätische Orgel, die im Ursprung eine Wagner-Orgel ist, jedoch Anfang des 20. Jahrhundert von Rühlmann umgebaut wurde.

Die Liebfrauenkirche in Jüterbog wurde 1161 im Auftrag des Magdeburger Erzbischofs Wichmann von Seeburg errichtet und ist zweitälteste erhaltene Kirche des Landes Brandenburg. Nachdem im Jahr 1540 auch im Erzbistum Magdeburg, zu dem auch Jüterbog zählt, die Reformation eingeführt wurde, blieb von den ursprünglich sieben Altären lediglich der gotische Marien-Flügelaltar im Chor erhalten. Neben diesem gibt es heute außerdem zahlreiche, wertvolle Mariendarstellungen aus der Zeit zwischen 1430 und 1590 zu sehen.

Das ehemalige Franziskanerkloster aus dem Jahr 1480 beherbergt heute neben einem Mittelalter-Mittmach-Museum für Kinder das Museum zur Stadtgeschichte von Jüterbog. Unter den zahlreichen Zeugen einer längst vergangenen Stadtgeschichte befindet sich auch ein originaler Ablassbrief von Tetzel aus dem Jahr 1517.

Bad Belzig - Das mehr als 1000-jährige Städtchen hat sich mit seinen verwinkelten Gassen, der imposanten Burg Eisenhardt und den wunderschön restaurierten Bürgerhäusern seinen historischen Charme bewahrt. Luther stattete Bad Belzig im Jahr 1530 einen Besuch ab und predigte wahrscheinlich in der Stadtkirche. Den Alltag in der Stadt zu Zeiten Martin Luthers können Gäste hautnah miterleben: Dank der im Jahr 2015 neu eröffneten Freiluft-Ausstellung über die Geschichte der Reformation und die lokalen Auswirkungen auf Land und Leute.

Treuenbriezen - Bekannt als „Sabinchenstadt“ wurde Treuenbrietzen durch die Moritat vom „Sabinchen“ – einer Geschichte von der Untreue. Noch heute prägen alte Fachwerkbauten das Stadtbild. Diesen historischen Stadtkern umgibt ein malerischer Grüngürtel, der auf Initiative des Apothekers und Biologen Paukert ab 1868 zur Erholung aller Bürger angelegt wurde. Vor der evangelischen Marienkirche steht die „Lutherlinde“, unter der der Reformator Martin Luther einst gepredigt haben soll. Ein Gedenkstein erinnert an den in Treuenbrietzen geborenen Theologen Martin Chemnitz (1522-1586), der maßgeblich zur Durchsetzung der Reformation beitrug.

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