Katharina Stadt Torgau

Torgau, eine Reformationsstadt? wird oft gefragt, obwohl rund 60 Aufenthalte Martin Luthers in der Stadt an der Elbe belegt sind. Seine Ideen fielen hier auf guten Boden. So ist der Ausspruch „ Wittenberg ist die Mutter und Torgau die Amme der Reformation“ zu erklären. Im Spätsommer 1552, als in Wittenberg die Pest ausbrach, machte sich Katharina Luther in Richtung Torgau auf den Weg, um hier Schutz zu finden. Unterwegs verunglückte sie, erreichte die Stadt schwer krank und verstarb noch im gleichen Jahr am 20. Dezember. Sie fand ihre letzte Ruhestätte in der Stadtkirche St. Marien. Die Grabplatte zeigt eine kluge und starke Frau. In ihrem Sterbehaus, heute Katharinenstraße 11, gibt es hier in Torgau die einzige Gedenkstätte für sie, die Ehefrau des Reformators.

Torgau war für Katharina von Bora nicht nur die letzte Station auf ihrem Lebensweg, sondern wurde für sie auch die erste Station auf ihrem Weg  ins bürgerliche Leben. Der Torgauer Ratsherr Leonhard Koppe entführte in der Osternacht 1523 zwölf Nonnen aus dem Kloster Nimbschen. Neun von ihnen, auch Katharina, brachte er über Torgau nach Wittenberg. Koppe wurde gut zwei Jahre später von Martin Luther zur Hochzeit geladen und nahm ein Fass des guten Torgischen Bieres mit. 

Torgau gilt als das politische Zentrum der Reformation. 1530 erarbeiteten Luther, Melanchthon, Bugenhagen und Jonas die Torgauer Artikel als Grundlage der Augsburger Konfession. Im Oktober 1544 weihte Martin Luther die Torgauer Schlosskirche als ersten protestantischen Kirchenbau. Die Tradition evangelischer Kirchenmusik wird heute durch die Johann-Walter-Kantorei gepflegt.

Torgau, hat sich als einstige Residenzstadt, über die Jahrhunderte viel vom Glanz einer kursächsischen Landesmetropole bewahren können. Das Frührenaissanceschloss Hartenfels mit dem prächtigen Innenhof, die historische Altstadt mit dem großen Marktplatz , das breite Renaissance-Rathaus sowie eine Vielzahl alter Bürgerhäuser geben Gästen noch immer die Illusion, durch eine Renaissancestadt zu wandeln. Das Stadt- und Kulturgeschichtliche Museum in der ehemaligen Kurfürstlichen Kanzlei und der Torgauer Museumspfad eröffnen Besuchern die Möglichkeit, in ausgewählte historische Gebäude zu gehen und Geschichte hautnah zu erleben. Eindrücke ganz anderer Art werden im Gebäude der ehemaligen Superintendentur vermittelt. „Wurzeln und Flügel“ heißt die multimediale Erlebnisausstellung. Hier kann man auch eigene Spuren hinterlassen und einen Bibelspruch abschreiben. Bis 2017 soll diese Torgauer Bibel vollständig abgeschrieben sein.

In Kooperation der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit der Großen Kreisstadt Torgau und dem Landkreis Nordsachsen finden in Torgau schon seit 2012 exklusive Sonderausstellungen im Rahmen der Lutherdekade statt.

Von 30. April bis 31. Oktober 2016 thematisiert „Schätze einer Fürstenehe“ die Hochzeit 1607 in Torgau und das reiche Vermächtnis des Kurfürstenpaares Johann Georg I. und Magdalena Sibylla von Sachsen. Auf  Schloss Hartenfels wurden über Jahrhunderte in edelster Manier große Fürstenhochzeiten mit Fest, Turnier und Jagd begangen.  

Die Sonderausstellung „Torgau, die Residenzstadt der Reformation“ wird  2017 die Bedeutung Torgaus als Haupt- und Nebenresidenz der Kurfürsten zu Sachsen im 16. und frühen 17. Jahrhundert präsentieren.

Bei  Führungen, Lesungen, Musik, „gut Speis und Trank“ lassen sich die guten Seiten der alten Zeit so richtig genießen. Und kein Geringerer als Martin Luther stellte fest: “Torgaus Bauten übertreffen in Ihrer Schönheit alle aus der Antike, selbst der Tempel des Königs Salomo war nur aus Holz.“

Weitere Informationen:
Torgau-Informations-Center
Markt 1
04860 Torgau
Tel. 03421-7014-0
E-Mail: info@tic-torgau.de
www.tic-torgau.de

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