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Industriekultur - verborgene Schätze entdecken

Die Industrie gehört genauso zum Elbe-Elster-Land wie die gesunde Landwirtschaft. Industriezweige, wie der Bergbau und die Energieerzeugung, prägten über Jahrhunderte die Region und ihre Menschen – und die industriekulturellen Zeugen sind heute deutlich mehr als einen Ausflug wert. Wie wäre es mit dem Aufstieg auf den Eiffelturm. Aber nicht in Paris. Und auch nicht auf einen stehenden Eiffelturm! Denn in Lichterfeld am Bergheider See, der übrigens einst ein Tagebau war, liegt der Gigant der Technik. Etwas Mut und Höhentauglichkeit vorausgesetzt, lässt sich hier die weltweit größte bewegliche Abraumförderbrücke F60 mit ihren 502 Metern Länge besteigen. Wer sich nicht in die Höhe traut, lauscht einfach vom Boden aus den Klängen des jetzigen Besucherbergwerks. Licht- und Klanginstallationen lassen vor dem geistigen Auge die Rohkohle auf dem Förderband tanzen und rufen das Rattern der Brückenketten von einst wieder ins Gedächtnis.

Was aus der Rohkohle wurde, zeigen zwei weitere technische Denkmäler der Industriegeschichte: In der ältesten Brikettfabrik Europas, der „Louise“ in Domsdorf, wurde fast 100 Jahre lang mit Dampfkraft Kohlestaub zu formschönen Briketts gepresst. Ein besonderes Erlebnis ist es immer, wenn die Mitglieder des Fördervereins die uralten Dampfmaschinen wieder in Bewegung setzen. Dann rütteln die Siebe, rotieren die Trockner und sofort ist die schwere Arbeit der Maschinenführer und Heizer wieder lebendig, ein Erlebnis auch für Nicht-Technik-Begeisterte.

Auf der Reise, die die Rohkohle einst bis in die Steckdose unternahm, ist ein Halt an dem ehemaligen Braunkohlekraftwerk in Plessa empfohlen. Die beiden Schornsteine des Kraftwerkes, die wie riesige Kathedraltürme in den Himmel ragen, begrüßen schon weithin sichtbar die Besucher. Sie rauchen schon lange nicht mehr. Was bleibt, ist aber die wundervoll aufwändige und stimmige Industriearchitektur: In historischen Räumen und Originalanlagen lässt sich die Verarbeitung von der Kohlelieferung bis zur Stromeinspeisung in die Hochspannungsleitung authentisch nacherleben.

Auch landschaftlich ist das Erbe des Bergbaus bemerkenswert. Im Naturparadies Grünhaus zum Beispiel: Die Landschaft nach dem in den 1940er Jahren geschlossenen Tagebau wurde in den vergangenen Jahrzehnten allein und in Ruhe gelassen. Heute können die Wanderer in dem riesigen Gebiet seltene Vögel, Tiere und Pflanzen des Offenlandes beobachten: der Eisvogel, der Seeadler und viele andere Tiere und Pflanzen haben hier eine Heimat gefunden.

Die Kräfte der Natur haben sich die Menschen im Elbe-Elster-Land schon immer zu eigen gemacht: Sie nutzen seit vielen hundert Jahren Wind und Wasserkraft – rund 180 Mühlen gab es hier im 18. Jahrhundert. Heute sind einige der technischen Raritäten noch gut erhalten und auf der speziell konzipierten Radtour Kohle-Wind & Wasser-Tour auch zu besichtigen.

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