Tourbeschreibung

Der Fürst-Pückler-Weg führt auf fast 500 Kilometern quer durch die Zeitgeschichte der Lausitz. Mit ihm bietet sich die einmalige Chance mitzuerleben, wie Berge versetzt und neue Seen geschaffen werden. Er führt vorbei an traditionellen, dörflichen Siedlungen, Schlössern und Parkanlagen, aber auch zu den imposanten Denkmalen der Industriekultur und zu erlebnisreichen Stationen der ENERGIE-Route, die viel über die menschlichen Leistungen der Energiegewinnung erzählen. Er verläuft durch alte Kulturlandschaften wie den Spreewald ebenso wie durch neu aufgeforstete Wälder und entlang der in Flutung befindlichen Seen. Und immer wieder bieten sich spannende Ausblicke in die bizarre Landschaft der Tagebaue.

Benannt wurde der Weg nach Hermann Fürst von Pückler-Muskau, dem genialen Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts. Er schuf in Cottbus-Branitz und Bad Muskau zwei der schönsten Park- und Schlossanlagen in Deutschland.

Der Fürst-Pückler-Weg ist ein Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land, die den Landschafts- und Strukturwandel in der Lausitz von 2000 – 2010 begleitet hat. Die Radroute bezieht die markantesten Sehenswürdigkeiten der Lausitz mit ein und verbindet fast alle IBA-Projekte miteinander. So führt die Strecke beispielsweise zu den IBA-Terrassen Großräschen, verbindet die historischen Fürst-Pückler-Parks in Branitz und Bad Muskau, führt zu Erben der Industriekultur, wie den Biotürmen in Lauchhammer, dem Kraftwerk Plessa und dem Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld. Auf dem Fahrradweg erlebt man die Faszination der Tagebau-Zwischenlandschaften – nicht geflutete Tagebaurestlöcher, halbgeflutete und gefüllte - aber auch aktive Tagebaue sind einen Zwischenstopp wert. Der Fürst-Pückler-Weg streift den Muskauer Faltenbogen und führt entlang der künftigen Lausitzer Seenkette bis in das Elbe-Elster-Land. Der Rundweg ist vollständig mit Wegweisern ausgestattet.

Streckenvorschlag für 8 Tagesetappen

  • Reisen mit Pückler - 60 km
    Cottbus/Branitz - Forst (L.) - Bad Muskau
    Die Tagesetappe steht ganz im Zeichen des Schaffens des Fürsten Pückler: Sie beginnt im Branitzer und endet im Muskauer Park. Dazwischen liegen vom Tagebau berührte Orte, die alte Tuchmacherstadt Forst (L.) und der Muskauer Faltenbogens.

  • Der Muskauer Faltenbogen - 48 km
    Bad Muskau - Kromlau - Schleife - Spremberg
    Der eiszeitliche Gletscher, der den Muskauer Faltenbogen erschaffen hat, übte so gewaltigen Druck aus, dass die unter ihm lagernden Schichten stark zusammengepresst und dann als "Falten" aufgeworfen wurden. Die Region bietet vor allem landschaftliche Reize wie bewaldete Höhenzüge, Niederungen und Seen.

  • Das Lausitzer Seenland - 72 km
    Spremberg - Senftenberg - Lauchhammer
    Im Zuge der Braunkohlesanierung entsteht in der Lausitz eine völlig neue Landschaft. Die nach dem Kohleabbau zurückbleibenden Restlöcher werden zu einer Wasserlandschaft von ca. 14.000 Hektar Fläche (größer als die Mecklenburgische Seenplatte) gestaltet. Im Kernbereich entsteht eine durch schiffbare Kanäle verbundene Seenlandschaft, mit ca. 7.000 Hektar Wasserfläche.

  • Denkmale der Industriekultur - 61 km
    Lauchhammer - Plessa - Elsterwerda - Bad Liebenwerda - Doberlug-Kirchhain
    Die Radtour führt neben Industriedenkmalen auch durch den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Die hier beheimateten Traubeneichenbestände, Heideflächen und Silbergrasfluren sind ökologisch besonders wertvoll. Seltene Tierarten wie Weißstorch, Auerhuhn, Baumfalke und Kranich finden hier Lebensraum.

  • Zu den IBA-Terrassen - 44 km
    Doberlug-Kirchhain - Lichterfeld/F60 - Sallgast - Großräschen
    Auf dem Weg zu den IBA-Terassen in Großräschen wird auf ganz verschiedene Weise deutlich, wie der Braunkohletagebau in die Landschaft und das soziale Gefüge der Region eingegriffen hat. Man kommt vorbei an durch den Tagebau fast zerstörten historischen Dörfern und Parkanlagen, durch seinerzeit für Energiearbeiter errichtete Siedlungen oder sieht die beeindruckende Abraumförderbrücke F60.

  • Kunst und Landschaft - 90 km
    Großräschen - Pritzen - Altdöbern - Fürstlich Drehna - Luckau
    Diese Radtour ist geprägt von landschaftlichen Kontrasten. Neu geschüttetes Land grenzt an alte Kulturlandschaften. Immer wieder stößt man auf Kunstwerke, die wie zufällig in den rekultivierten Arealen stehen und Kontrast zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit noch erhöhen.

  • Zum Spreewald - 63 km
    Luckau - Calau - Raddusch - Burg
    Durch die Calauer Schweiz geht es in den Spreewald. Das über hunderte Kilometer in sich verzweigte Wasserwegenetz war ursprünglich von Wald bedeckt und noch immer ist der Kahn das günstigste und manchmal einzige nutzbare Fortbewegungsmittel. Die zweisprachigen Orts- und Straßennamen deuten darauf hin, dass der Spreewald zum Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden gehört.

  • Nach Cottbus - 52 km
    Burg - Peitz - Cottbus
    Der Spree folgend nähert man sich dem Ausgangspunkt des Radweges. Die liebliche Landschaft bietet bald die ersten Kontraste, wenn hinter den Peitzer Teichen das Kraftwerk Jänschwalde sichtbar wird. Cottbus selbst als größte Stadt der Lausitz ist reich an Sehenswürdigkeiten aber auch Problemen. Die Besichtigung des Stadtumbaus im Neubaugebiet Sachsendorf/Madlow lohnt sich, bevor man wieder im Branitzer Park einkehrt.

Abweichend vom vorgeschlagenen Streckenverlauf und den Tagesetappen kann die Tour an jedem beliebigen Punkt begonnen werden.

Kontaktdaten

Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V.
Markt 20, 04924 Bad Liebenwerda
Tel. 035341 30652
Fax: 035341 12672
info@elbe-elster-land.de
www.elbe-elster-land.de

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