Orte der Besinnung und Erholung

Im Elbe-Elster-Land hat fast jeder Ort eine eigene Kirche. Viele wurden durch die Besiedlung der Zisterzienser errichtet.  Dabei hat jedes Gotteshaus seinen eigenen Baustil. Die Kirchen wurden aus Feldsteinen, Raseneisensteinen oder Backsteinen gebaut. Aber auch zahlreiche Fachwerkkirchen sind zu bewundern. Auch in der Innenausstattung wird die wechselvolle Geschichte der Kirchen spürbar. Prachtvolle Altäre und kunstvolle Kanzeln machen jede Kirche sehenswert.

Folgend finden Sie Informationen zu den beiden beeindruckenden Klosterstandorten und eine Auswahl an Kirchen der Region und zur Kirchenstraße Elbe-Elster.

Klöster

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Von dem ehemaligen Zisterzienserkloster ist heute vor allem noch die imposante Klosterkirche St. Marien zu bewundern. Die Abtei selbst wurde im Jahr 1165 gestiftet, bis zur Weihe der Kirche im Jahr 1228 dauerte es weitere 68 Jahre. In den Jahren nach der Gründung wuchs der Besitz des Klosters schnell an. So verfügte die Abtei im Jahr 1373 über 40 Dörfer und fünf klösterliche Wirtschaftshöfe.
Das Klosterstift war wesentlich am Ausbau der Region während des Mittelalters beteiligt: Niederungen wurden trocken gelegt, Wälder gerodet, Äcker angelegt und Dörfer gegründet. Zum Ende des 14. Jahrhunderts hin fing jedoch der Niedergang des Klosters an. Die Ordensbrüder konnten keinen Nachwuchs mehr finden und im Jahr 1431 wurde das Kloster von den Hussiten geplündert. Schließlich verließen mit dem Beginn der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts viele Mönche das Kloster und wandten sich der neuen Lehre zu. 1541 besetzte der sächsische Kurfürst Johann Friedrich das Kloster, der Konvent zerstreute sich.
Im Jahr 1550 wurde anstelle des Abthauses ein Jagdschloss errichtet. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts kam es zu einer neuen Blütezeit: Ab 1664 wurde unter einer wettinischen Seitenlinie die Stadt Dobrilugk angelegt – zu dieser Zeit erinnerte wie heute nur noch der Kirchenbau an die Vorgeschichte als Kloster. Die Klosterkirche ist heute Ort für zahlreiche Veranstaltungen. Im Schloss befindet sich unter anderem ein Museum zur regionalen Geschichte.

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Direkt an der Elbe liegt das südlichste Zisterzienserkloster Brandenburgs. Das Nonnenkloster Marienstern wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Ileburg (Yleburch) gegründet. Die Nonnen versammelten sich in der Klosterkirche, eine imposante frühgotische Backsteinkirche, täglich zum Gebet. 1539 erreichte die Reformation auch Torgau. Das Kloster wurde aufgelöst.
Die Klostergebäude sind teils umgebaut, teils im 16. Jahrhundert nach der Auflösung des Klosters abgetragen worden. Aus dieser Zeit stehen noch die Klosterkirche, das Refektorium und das alte Äbtissinnenhaus, sowie Mauerreste des ehemaligen Nonnenganges. Der Klosterbereich ist ein besonderes nationales Kulturdenkmal und wird vom Bund, Land, sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert.
Heute kann die Klosterkirche von 1230, der neugestaltete Kreuzgang, sowie die Propstei und das Hospiz besichtigt werden. In den historischen Räumlichkeiten finden Ausstellungen, Veranstaltungen und Konzerte statt. Die alten Mauern und das neu errichtete Dormitorium beherbergen heute ein geistliches Zentrum, das Ökumenische Haus der Begegnung und Stille i.V. (ÖHBS). Zur Zeit leben vier Mitbrüder der Ordensgemeinschaft der Claretiner im katholischen Pfarrhaus neben der alten zisterziensischen Klosteranlage von Mühlberg/Elbe. Täglich besteht um 12:00 und 18:00 Uhr das Angebot zur Teilnahme am Psalmgebet in der Brigittenkapelle der Klosterkirche beziehungsweise im Winter in der katholischen Kirche.

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Kirchen der Region


Die Trinitatiskirche, eine typische Reformationskirche, wurde 1585 vollendet. 1581/82 entstand der Anbau mit dem Renaissancegiebel an der Nordseite und dem Hohen Ziegeldach. Der gesamte Innenausbau zog sich bis kurz vor Ausbruch des 30-jährigen Krieges hin. Der Einbau des Altars erfolgte 1594. Die Kanzel wurde 1671 aus Sandstein mit einer Überdachung aus Holz geschaffen. Der Bau ist eine dreischiffige, netzrippengewölbte, außen geputzte Hallenkirche mit einem dreiseitig geschlossenem Chor im Osten und dem im Grundriss quadratischen Turm im Westen. Der in halber Höhe in ein Achteck übergehende Turm ist mit einer welschen Haube bekrönt. An den Netzrippengewölben ist erkennbar, dass der Umbau der Kirche zur gleichen Zeit wie der Ausbau des Renaissanceschlosses erfolgte.
In der Kirche sind Mitglieder der Herrscherfamilie von Dieskau beigesetzt.

Führungen sind nach telefonischer Anmeldung möglich.


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Die Stadtkirche St. Marien wurde im 14. Jahrhundert als gotische Hallenkirche erbaut. Die drei Kirchenschiffe werden von einem reich gegliederten Gewölbe überspannt, welches dem Prager Veitsdom ähnelt. Die Marienkirche erinnert daran, dass sich die Stadt Herzberg früh zur Reformation bekannte. Zur Pfarrei gehörten mehrere umliegende Dörfer. In Herzberg bestand ein frühes Kloster der Augustiner-Eremiten, das sich 1522 auflöste und von dem sich heute kaum noch Spuren finden. Dem Orden gehörte Martin Luther an. Bereits 1522 hielt hier Andreas Wagner evangelischen Gottesdienst in deutscher Sprache ab. Es ist anzunehmen, dass die Reformatoren Martin Luther und Philipp Melnachthon an den Kirchen- und Schulvisitationen mitwirkten, die 1522 und 1533 in Herzberg durchgeführt wurden, Martin Luther begleitete als verantwortlicher Distriktsvikar die Auflösung des Augustiner-Eremiten-Klosters. Pfarrer Andreas Wagner war zugleich Beichtvater Friedrichs des Weisen (1463–1525), des Kurfürsten von Sachsen, der Martin Luther beschützte. Er war es, der seinem Landesherrn auf dem Sterbebett das Abendmahl in beiderlei Gestalt reichte. Wagner amtierte als Pfarrer noch bis zu seinem Tod 1561 in Herzberg. In der Marienkirche werden zwei großformatige Gemälde mit den Bildnissen Martin Luthers und Philipp Melanchthons aufbewahrt.

Der Baubeginn der aus roten Backsteinen errichteten Kirche ist ungeklärt. Ursprünglich war sie dem Schutzherrn der Kaufleute, dem heiligen Nikolaus geweiht, dessen Verehrung niederländische Siedler verbreitet hatten. Die Bauzeit der Kirche wird auf 1370 bis 1450 datiert.

Dem Stil der Deckenmalerei nach zu urteilen, wurde die Osthälfte der Kirche um 1410, nach 1430 die Westhälfte eingewölbt. Den Turm errichtete man auf einem rechteckigen Grundriss und führte diesen über in ein Oktogon. Durch den Stadtbrand von 1483 stark beschädigt, stürzte er 1495 ein und konnte erst 1562 wieder instand gesetzt werden. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstanden die zweite Bekrönung, das kleinere Oktogon, Haube und Laterne. Im Turmknopf befindet sich eine umfangreiche Dokumentensammlung und ein Münzschatz aus vielen Jahrhunderten.

Auf der Nordseite schließt sich an das dritte, östliche Seitenschiff eine ursprünglich eingeschossige Sechseckkapelle an. Die Reste der Originalfenster aus dem 14. Jahrhundert sind kunstgeschichtlich außerordentlich bedeutend und bemerkenswert. Die Türmerwohnung war immerhin noch bis zum Jahre 1955 von einer Türmerfamilie bewohnt.

Die kunstgeschichtliche Bedeutung der Herzberger Pfarrkirche erklärt sich in aller erster Linie aus dem nahezu vollständig erhaltenen Programm mittelalterlicher Gewölbemalerei. Im älteren Teil des Baus dürfte die Bemalung stilkritischer Überlegung zufolge um 1415 stattgefunden haben. Die Malereien zieren ein außergewöhnlich schönes Parallelrippengewölbe im Mittelschiff  und Sterngewölbe in den Mittelschiffen.

Führungen sind nach telefonischer Anmeldung möglich.


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Die spätgotische Backsteinkirche ist im Reformationszeitalter entstanden. Kurfürst Friedrich der Weise ließ sie ab 1515 an der Stelle eines eingestürzten Vorgängerbaus errichten. Das ungewöhnlich breite Kirchenschiff war ehemals durch Pfeiler unterteilt. Allerdings sind Pfeiler und Gewölbe im Dreißigjährigen Krieg durch Brände zerstört worden. Die neugotische Inneneinrichtung wurde zwischen 1850 und 1911 geschaffen. Die ornamentale Flachdecke schuf der Berliner Maler August Oetken (1868–1951). Der alte Kirchturm wurde 1894 durch Blitzschlag zerstört. 1898 entstand der noch heute vorhandene neugotische Turm. Die Stadtkirche Bad Liebenwerda ist seit dem 16. Jahrhundert Sitz einer Superintendentur, eines Verwaltungsbezirks der evangelischen Kirche. Der Superintendent Georg Lysthenius (1532–1596) wurde 1573 zum Hofprediger des Kurfürsten August von Sachsen (1526–1586) berufen.
Ein Bronzerelief an der Nordseite der Nikolaikirche mit der Büste Martin Luthers erinnert an die Besuche Luthers in Bad Liebenwerda. Der Reformator traf sich am 8. Oktober 1519 im Liebenwerdaer Schloss mit dem päpstlichen Gesandten Karl von Miltitz zu einem Gespräch. Miltitz, der später auf der Rückreise nach Rom im Main ertrank, hatte gehofft, Luther zur Umkehr zu bewegen, doch der Augustinermönch beharrte auf seinen Glaubensüberzeugungen. 1544 führte Martin Luther in der Nikolaikirche Pfarrer Martin Gilbert als ersten Superintendenten des Kirchenbezirks Liebenwerda in sein Amt ein. Das Lutherdenkmal wurde zum 400. Reformationsjubiläum vom Evangelischen Bund, Zweigverein Liebenwerda, gestiftet.

Führungen sind nach Anmeldung möglich.


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Die denkmalgeschützte Fachwerkkirche befindet sich auf einem Gutshof und wurde an der Stelle der ehemaligen Schlosskapelle gebaut. 1629 errichtet, fügt sie sich ein in das Ensemble von Rosengarten, Altem Park und rekonstruiertem Gutshof. Für die Kirche von besonderer Bedeutung war die Herrschaft von J.G. Dietze ab 1815.

Die heutige Gestalt der Kirche wird in besonderem Maße durch den Umbau im Jahr 1816 geprägt, welcher vom Schloss- und Gutsherren Dietze veranlasst wurde. Der Turm wurde neu errichtet, die Sakristei und die Herrenloge neu angefügt. Außerdem senkte man den Fußboden im Altarraum, unter dem sich verschiedene Gräber, besonders derer von Schleinitz befanden. Am Saalraum wurde wenig verändert, allerdings wurde damals die Überpinselung der heute wieder sichtbar gemachten Malereien veranlasst. Reste dieser Malerei wurden bei der Instandsetzung der Decke Ende der 80er Jahre entdeckt und im Zuge der Rekonstruktion der Kirche durch Dresdner Restauratoren meisterhaft erneuert.

Die Saathainer Kirche stellt sich heute als einheitlich wirkender, jedoch malerisch bewegter Baukörper dar. Der Innenraum wirkt durch seine farbliche und bildhafte Gestaltung besonders eindrucksvoll. Seitenwände und Decke aus bemalten Holzfeldern wirken mit ihren alttestamentarischen Bildern außerordentlich attraktiv. Der kleine Kanzelaltar wird durch schlichte Spätbarockformen charakterisiert. In den Sommermonaten locken Konzerte in das Innere. Ebenfalls bietet die Kirche eine romatische Atmosphäre für standesamtliche, freie oder kirchliche Trauungen.

Führungen bietet der Förderverein Gut Saathain e.V.an.

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In Lebusa errichtete man 1727 eine Kirche nach den Plänen des berühmten Architekten Pöppelmann. Er war der Baumeister August des Starken und prägte den berühmten Dresdner Barock. Die Kirche war eine Stiftung des Gerald Moritz Friedrich von Milkau und wurde als einfache Saalkirche erbaut - allerdings mit einer bis heute faszinierenden Ausstattung. Es gibt unter anderem wertvolle Meißen-Kacheln an zwei Öfen im Innenraum. Ein wahres Kleinod barocker Baukunst.

Die Silbermannorgel ist überregional bekannt. Der Orgelklang stimmt die Gemeinde auf die Feier ein und begleitet den gemeinsamen Gesang. Musik im Gottesdienst ist ein wichtiger Teil der Verkündigung, da sie das Hören des Wortes Gottes fördert.

Die Orgel gehört mit vierzehn Registern in einem Manual und im Pedal zu den kleineren Instrumenten Silbermanns. Trotzdem ist der typisch scharfe und dennoch liebliche "Silber-Klang" nicht zu verkennen.

Die Kirche ist Teil der Kirchenstraße Elbe-Elster: Weg 5 "Gemeinschaft in Gott".

Die Besichtigung der Kirche ist nach Voranmeldung über das Pfarramt möglich.

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Die Stadtkirche St. Nikolai ist ein historisch gewachsener Bau, der auf die Glaubenstraditionen der evangelischen Kirche verweist. Während der frühgotische Ostteil noch aus dem 13. Jahrhundert stammt, wurden das Kirchenschiff und der rechteckige Westturm im 16. und 17. Jahrhundert errichtet. Der Turm wurde im 18. Jahrhundert um ein achteckiges
Obergeschoss mit geschweifter Turmhaube erhöht. Die Nutzung für den evangelischen Gottesdienst ist an den Emporen zu erkennen, die den mit einer flachen Holzdecke versehenen
Kirchenraum einfassen. Auf der Nordseite befindet sich die Patronatsloge, die an den farbigen Fassungen des Emporengeländers mit den Wappen des Patronatsherrn erkennbar ist. Auf der linken Seite des Betrachters ist das Wappen der Familie von Schleinitz erkennen. In der Mitte befindet sich ein Kanzelaltar von 1819. Er verdeutlicht, dass das Wort Jesu Christi im Mittelpunkt
steht. Der Kanzelkorb stammt von einer älteren, bereits 1690 errichteten Kanzel, die in den Kanzelaltar integriert wurde. Ein Fenster an der Nordseite des Kirchenschiffs enthält die Bildnisse von Martin Luther und Philipp Melanchthon. Die Glasmalereien wurden Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen.

Der Kirchenschlüssel ist im Pfarrhaus neben der Kirche erhältlich.

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Kirchenstraße Elbe-Elster

Weg 1 | Die Gute Botschaft
Weg 2 | Das Kirchenjahr
Weg 3 | Wege zu Gott – Wege zueinander
Weg 4 | Zum Glauben bekennen
Weg 5 | Gemeinschaft in Gott
Weg 6 | Kontinuität und Wandel im Glauben
Weg 7 | Taufen und Glauben lehren
Weg 8 | Gespräche mit Gott – Gespräche miteinander
Weg 9 | Katholische Gemeinden in der Diaspora

Das Projekt "Kirchenstraße Elbe-Elster" verbindet viele kleinere Kirchen in den Dörfern und bietet thematische Wege zum Kennenlernen der Kirchen an.
Alle Informationen zu den Wegen und zur Kirchenstraße Elbe-Elster im allgemeinen erhalten Sie unter www.kirchenstrasse-elbe-elster.de

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Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V. | Schlossplatz 1 | 03253 Doberlug-Kirchhain | Tel.: 035322 6888516 | Fax: 035322 6888518 | E-Mail: info@elbe-elster-land.de