Stadt Doberlug-Kirchhain

Doberlug wurde erstmals im Jahre 1005 durch Thietmar von Merseburg als slawische Siedlung „Doberluh“ schriftlich erwähnt. Der Name bedeutet so viel wie „gutes, feuchtes Wiesenland“. Im hohen Mittelalter war Doberlug wichtiger Kreuzungspunkt von Wegen. Bedeutung erlangte der Ort damals vor allem durch das 1165 vom Markgrafen Dietrich von Landsberg gegründete Zisterzienserkloster. 1541 wurde das Kloster enteignet. Zwischen 1551 und 1676 erfolgte der Umbau zu einem Jagd- und Residenzschloss im Stil der Spätrenaissance. Ab 1657 war das Schloss Nebenresidenz von Herzog Christian I., Begründer der Sekundogenitur (Nebenlinie eines fürstlichen oder königlichen Hauses, die durch einen nachgeborenen Sohn begründet wird) Sachsen-Merseburg. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das herrschaftliche Areal von der NVA in Besitz genommen, welche bis 1988 dort blieb. 1664 legte Christian I. eine Planstadt an und verlieh ihr das Stadtrecht. Es wurden drei schnurgerade, parallele Straßen angelegt, gekreuzt durch eine breite Querstraße und flankiert mit schlicht verputzten, zweigeschossigen Häusern. Zum Schutz entstanden Graben und Stadtmauer. Die neuen Bewohner kamen aus ganz Sachsen. Eine größere Anlage war geplant, kam jedoch nie zur Ausführung. Noch heute ist die barocke Planstadt in einzigartiger Klarheit ablesbar.

Orte der Reformation

Schloss mit Schlossgraben und Garten
1165 als Zisterzienserkloster gegründet, 1541 enteignet, 1551-1676 Umbau von Teilen der Klosteranlage zu einem Jagd- und Residenzschloss im Stil der Spätrenaissance (unregelmäßige Vierflügelanlage), Schloss ab 1657 Nebenresidenz von Christian I. von Sachsen-Merseburg, 1670 Abbruch des Kreuzgangs, 1672 Umgestaltung des ehemaligen Klosterfriedhofs zu einem Lustgarten mit Palmenhaus und Orangerie, 1852 nach einem großen Brand Abtragung von Teilen der Klostergebäude, nach dem 2. Weltkrieg bis 1988 Nutzung des Areals durch die NVA

Refektorium
Speisesaal der Zisterziensermönche im einstigen Südflügel der ehemaligen Klosteranlage

Klosterkirche St. Marien
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228 geweiht, dreischiffige Pfeilerbasilika, als lateinisches Kreuz mit Querschiff, Chorquadrat und Apsis aus Backstein gebaut, Übergang von der Romanik zur Gotik heute noch sichtbar, Denkmal mit besonderer nationaler Bedeutung, 1905-09 aufwändig wiederhergestellt und ausgestattet durch Carl Weber, Freskogemälde, prächtige Bleiverglasungen, wertvolle Altäre

Weitere Sehenswürdigkeiten
Gasthof „Zum Rautenstock“
Ehemaliges Kavaliershaus, 1666 als Gästehaus des Schlosses angelegt, prägendes Gebäude in der barocken Stadtanlage

Apotheke
Im Jahre 1689 von Christian I. von Sachsen-Merseburg privilegierte Apotheke mit prächtiger Barockkartusche über dem Eingang

Traufenhäuser
Zweigeschossige barocke Bürgerhäuser mit korbbogigen Einfahrten, schlichte rechteckige Fensterausschnitte, gebrochene Dächer Stadttorsäulen 1907 in Erinnerung an eines der drei ehemaligen Stadttore – das Soldatentor – errichtet

Weitere Informationen
Tourist-Information Doberlug-Kirchhain
Schlossplatz 1
03253 Doberlug-Kirchhain
Tel. 035322 688850
Fax 035322 6888519
touristinfo@doberlug-kirchhain.de
www.doberlug-kirchhain.de

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Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V. | Schlossplatz 1 | 03253 Doberlug-Kirchhain | Tel.: 035322 6888516 | Fax: 035322 6888518 | E-Mail: info@elbe-elster-land.de