Stadt Herzberg

Die historische Altstadt von Herzberg wird von dem beeindruckenden Ensemble aus Rathaus, Marktplatz, Marienkirche und Melanchthon-Gymnasium beherrscht. Vor allem die imposante gotische Marienkirche mit ihren vollständig erhaltenen spätmittelalterlichen Deckenmalereien ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges.

Im frühen 16. Jahrhundert gehörte Herzberg zum Kurfürstentum Sachsen, dem „Kernland“ der Reformation und Wirkungsgebiet vieler Reformatoren, insbesondere von Martin Luther und Philipp Melanchthon (1497-1560). Beide Männer wirkten auch mehrfach persönlich in Herzberg.

Schon seit 1515 beaufsichtigte Martin Luther im Auftrag seines Ordens das Herzberger Augustiner-Eremiten-Kloster und hatte dieses möglicherweise mehrmals selbst besucht. Nachweislich engagierte er sich ab 1522 für die Versorgung der ehemaligen Mönche, nachdem er zuvor die Auflösung des Herberger Klosters vorangetrieben hatte.

Die erste deutsche Schulordnung wurde für die Herzberger Lateinschule von Martin Luther und Philipp Melanchthon 1538 persönlich entworfen. Jene Schulordnung war ein Ausdruck des neuen Bildungsideals, das mit der Reformation entstand und fand von hier aus Ausbreitung und Nachahmung in ganz Deutschland. Zu den damals neuartigen Unterrichtsschwerpunkten gehörte die Vermittlung alter Sprachen wie Griechisch und Latein. Die Stadt Herzberg ist bis heute stolz auf ihr Melanchthon-Gymnasium.

Orte der Reformation

Stadtkirche St. Marien
Die spätgotische Backsteinkirche aus dem 14. und 15. Jahrhundert besticht durch eindrucksvolle, im Original erhaltene mittelalterliche Gewölbemalereien. Figuren, Blattwerk und stilisierte Blüten verleihen dem großen Kirchenraum eine überwältigende Lebendigkeit. Eine Ausstellung in der Kirche informiert über die Herzberger Reformationsgeschichte. Im Mittelpunkt steht die Herzberger Schulordnung von 1538, die Auflösung des Augustiner-Eremiten-Klosters sowie der Wandel des städtischen Alltags in der Reformationszeit.

Denkmal für Philipp Melanchthon
Erinnerungsbüste an den Denker und Lehrer Philipp Melanchthon am historischen Schulgebäude des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums.

Erinnerung an Johannes Clajus
Erfahren Sie welche grundlegende Bedeutung der in Herzberg geborene Pädagoge, Theologe und Grammatiker Johannes Clajus (1535–1592) für die deutsche Schriftsprache hatte.

Ehemaliges Augustiner-Eremiten Kloster
Heute zeugen nur noch die Straßennamen Mönchstraße und Klosterstraße von dem ehemaligen Vorhandensein eines Klosters in Herzberg (Elster). Martin Luther spielte eine entscheidende Rolle bei der Auflösung des Konvents.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Rathaus

Markantes Bauwerk im Renaissance-Stil am Marktplatz. Im 17. Jahrhundert erbaut und bis heute Sitz der Stadtverwaltung.

Wunderstein
Eine Legende erzählt, Wittenberger Studenten, die infolge ihrer pestbedingten Evakuierung nach Herzberg kamen, hinterließen den Stein 1506 mit der Inschrift „Wer drey mal diessen steyn umwallt, wird ueber hundert jare alt.“ Nach der Anwendung dieses Jungbrunnens sollte man unbedingt den weisen Spruch auf der Rückseite des Steins entschlüsseln.

Botanischer Garten
100-jährige Gartenanlage mit Villa, die von dem rosenzüchtenden Hobbybotaniker und Fabrikanten Wilhelm Marx als gelungene Komposition im Zeitgeist des Jugendstils angelegt wurde.

Weitere Informationen
Tourismuspunkt in der Seitenkapelle der Stadtkirche St. Marien
Kirchstraße 14, 0ß4916 Herzberg
Tel. 03535-2480544
tourismus@kirche-herzberg.de
www.herzberg-elster.de

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