Stadt Uebigau

Der im Spätmittelalter angelegte, sehr große rechteckige Marktplatz weist auf die Bedeutung der Stadt als Handelsort hin. Das einmalige Lesesteinpflaster, das als Markierung zum Aufstellen der Marktbuden diente, verleiht dem Platz seinen unverwechselbaren Charakter.

Strategisch günstig an einer Furt der Schwarzen Elster gelegen und geschützt von einer Burg, wuchs Uebigau im Mittelalter zur Stadt heran – 1303 wurde das Stadtrecht verliehen. Durch die Lage an einer wichtigen Nebenstraße einer alten ost-westlich verlaufenden Handelsroute erlangte Uebigau Bedeutung als Marktort. Die Landeszugehörigkeit der Stadt wechselte im Laufe kriegerischer Auseinandersetzungen mehrfach: Erst war sie böhmisch, dann sächsisch, nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde sie preußisch. Als sich Mitte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn durchsetzte, wollte man in Uebigau keinen Bahnhof haben – man befürchtete, die Landwirtschaft nähme Schaden. Der Eisenbahn-Knotenpunkt entstand daher im benachbarten Falkenberg. Dennoch brachte die Bahn auch Uebigau Aufschwung: Um 1900 lebten mehr Eisenbahner als Handwerker in der Stadt. Mitte des 20. Jahrhunderts hatte sich die Zahl der Wohnhäuser gegenüber 1900 sogar verdoppelt. Dieses Wachstum vollzog sich jedoch außerhalb der Altstadt, deren Bebauung aus dem 18. und 19. Jahrhundert im Wesentlichen erhalten und von späteren Kriegszerstörungen verschont blieb.

Orte der Reformation

Stadtkirche St. Nikolai
Langgestreckter, rechteckiger, verputzter Back- und Feldsteinbau; östlicher Teil ist ein Bauwerk der frühen Gotik (um 1300), westlicher Teil mit Turm und Sakristei stammt aus dem 16. Jh., Innenraum flach gedeckt (Reste einer Deckenmalerei aus dem 17. Jh.), in der Chorsüdwand frühgotischer Dreisitz mit Spitzbogennischen, am klassizistischen Kanzelaltar sind ältere Renaissanceteile zu finden (Gemälde der Kreuzigung mit Hintergrund der Stadt Uebigau von 1697, zweigeschossiges Renaissancegestühl mit Restbemalung von 1698), an der Ostwand das Grab der Familie Chladni (Ernst Florenz Chladni entwickelte im 18. Jh. die moderne Akustik und die Meteoritentheorie)

Weitere Sehenswürdigkeiten

Rathaus

Im 19. Jh. einziges massives Bürgerhaus, 1853 durch die Stadt für 2500 Taler als Rathaus erworben (das gotische Rathaus auf der Mitte des Marktplatzes wurde Ende des 17. Jh. durch Brand komplett zerstört)

Pfarrhaus, An der Kirche 1

1782 in Ziegelfachwerk mit Krüppelwalmdach errichtet

Schlossherberge mit Park
Ehemaliges Rittergut, letzter Umbau 1904, einer der wenigen Gutssitze im neobarocken Stil mit Elementen des Jugendstils; heute Schlossherberge

Heimatstube mit Kulturscheune
Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus aus dem 18. Jh. mit barockem portalartigem Vorbau, einst Sitz einer Seifensiederei; bemerkenswerte Zinnfigurenausstellung des international bekannten Graveurs J. Frauendorf, Stadt- und Schulgeschichte, Einblicke in das ackerbürgerliche Leben; im Hof Nachbildung einer bronzezeitlichen Siedlungsanlage mit Exponaten und Modellen; Führungen auf Anfrage möglich (Carmen Lademann, Tel. 0174/9560169)

Marktplatz
Mit historischem Streifenpflaster von 1822, kursächsische Postmeilensäule (detailgetreue Nachbildung des Originals aus dem 18. Jh.), neuer Brunnen in Anlehnung an das Stadtwappen mit Kobliks aus den Stadtsagen, Eiche von 1871

Weitere Informationen
Stadt Uebigau-Wahrenbrück
Markt 11, 04938 Uebigau
Tel. 035365-8910
Fax 035365-89140
info@uebigau-wahrenbrueck.de
www.uebigau-wahrenbrueck.de 

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