Belgern - St. Bartholomäuskirche

Stadtherr des Handwerkerstädtchens war über viele Jahrhunderte das Zisterzienserkloster Buch, unter dessen Herrschaft zwischen 1509 und 1512 die spätgotische Bartholomäuskirche erbaut wurde. 1522 predigte
Martin Luther (1483–1546) in Belgern, allerdings in der nicht erhaltenen Marienkirche, die 1545 abgerissen wurde. Luthers Auftritt zeigte Wirkung, und der Stadtrat nahm 1525 das lutherische Bekenntnis an. 1532 wurde der in Wasserburg am Inn geborene Johann Pfeffinger (1493–1573) nach Belgern berufen. Pfeffinger hatte sich nach seiner Priesterweihe der Lehre Luthers angeschlossen und war nach Wittenberg gegangen, wo er sich mit dem Reformator anfreundete. Pfeffinger ging 1539 nach Leipzig, wo er die Reformation einführte und zum ersten Superintendenten berufen wurde. Das 50 Meter lange Kirchenschiff wird von einem spätgotischen Netzgewölbe überspannt. In den Gewölbefeldern sind die Insignien der Handwerkerinnungen Belgerns zu sehen. Die Ausstattung stammt überwiegend aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Hölzerne Emporen engen das tiefe Kirchenschiff ein. Der Renaissance-Altar wurde 1660 errichtet. Ein bemerkenswertes Zeugnis sächsischer Geschichte ist die „Schöne Tafel“. Das 1658 geschaffene Epitaph zeigt den Kurfürsten Johann
Georg I. (1585–1656), seinen Sohn Johann Georg II. (1613–1680) und seinen Enkel Johan Georg III. (1647–1691), umrahmt von den Stifter, dem Amtsschösser Christian Kaulisch und seiner Frau. Johann Georg I. hält als Beschützer des lutherischen Glaubens ein aufgeschlagenes Evangelienbuch in seinen Händen.

Der Lutherstein neben der St. Bartholomäuskirche erinnert daran, dass Martin Luther am 25. April 1522 in Belgern eine Predigt hielt. Der Reformator feierte den Gottesdienst in der nicht erhaltenen Marienkirche. Diese war so baufällig, dass sie 1545 abgerissen wurde. Der Lutherstein wurde 1912 aufgestellt.

Weitere Informationen:
St. Bartholomäuskirche, Kirchstraße, 04874 Belgern-Schildau (Ortsteil Belgern)
1. Mai bis 30. September täglich 8.00–18.00 Uhr

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