Prettin - Schloss Lichtenburg

Das Schloss Lichtenburg geht ebenso wie das Schloss Annaburg auf Kurfürst August von Sachsen (1526–1586) zurück, der hier auf Wunsch seiner Gemahlin Anna (1532–1586) zwischen 1574 und 1582 einen imposanten
Herrschaftssitz erbauen ließ. Dafür hatte er das Kloster des Antoniterordens mit Namen „Lichtenberg“ abreißen lassen. Das Kloster war 1540 aufgehoben worden, nachdem die letzten Mönche zur evangelischen Lehre übergetreten waren. 1518 traf Martin Luther im Kloster Lichtenberg auf Vorladung seines Landesherren mit dessen Kanzler Georg Spalatin (1484–1545) zusammen, um über dessen Thesen zu diskutieren. In der Folge
stellte der Kurfürst, der selbst dem alten Glauben treu blieb, den Mönch unter seinen Schutz. Hier wirkte der Antoniter-Präzeptor Wolfgang Reißenbusch. Der Freund Luthers lehrte ebenfalls in Wittenberg. 1520 kam es zu einem weiteren Gespräch zwischen Luther und dem päpstlichen Abgesandten Karl von Miltitz, an dem auch Philipp Melanchthon (1497–1560), teilnahm. Miltitz sollte noch einmal versuchen, Luther zur Umkehr zu bewegen. 1528 flüchtete Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg (1485– 1555) nach Prettin ins Kloster Lichtenberg, nachdem ihr Mann, Kurfürst Joachim I. Nestor von Brandenburg (1484–1535), gedroht hatte, sie bei lebendigem Leib einzumauern, weil sie mit den Ideen Martin Luthers sympathisierte. Erst nach dem Tod ihres Mannes kehrte sie nach Brandenburg zurück. Schloss Lichtenburg war ein bedeutender Renaissancebau. Noch heute lässt sich das an den Volutengiebeln, den verschieden gestalteten Türmen sowie an der großen Schlosskirche ablesen. Das Schloss diente mehreren Kurfürstinnen von Sachsen als Witwensitz. 1812 wurde es in ein Gefängnis umgewandelt. Bis 1928 befand sich hier ein Zuchthaus für männliche Gefangene aus der Provinz Sachsen. Zwischen 1933 und 1939 betrieben die Nationalsozialisten hier ein Konzentrationslager. Heute sind die Schlossgebäude, deren baulicher Bestand gesichert wurde, ohne Nutzung. Die historischen Räume können nicht besichtigt werden. In einem ehemaligen Werkstatttrakt befindet sich die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin.

Weitere Informationen:
Schloss Lichtenburg, Prettiner Landstraße 4, 06925 Prettin, Tel. 035386 609975
Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin: Di–Do 9.00–15.30 Uhr, Fr 9.00–13.00 Uhr,
jeden letzten So im Monat 13.00–17.00 Uhr

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